Dr. Till Backhaus: Schaalsee, Elblandschaft und Naturschutz im Wahlkreis 17
DR. TILL BACKHAUS · THEMA 3
Biosphärenreservate und Naturschutz: Wie gelingt regionale Entwicklung gemeinsam mit dem Schutz der Natur?
Schaalsee und Elblandschaft gehören zu den besonderen Naturräumen im Wahlkreis 17 – und gleichzeitig zu Regionen, in denen Menschen leben, arbeiten und wirtschaften.
Labels: Dr. Till Backhaus, Schaalsee, Biosphärenreservat, Elblandschaft, Naturschutz, Zarrentin, Boizenburg, Wahlkreis 17
Zwei außergewöhnliche Landschaftsräume
Wahlkreis 17 besitzt mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee und Teilen des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern zwei Naturräume von besonderer Bedeutung. Beide Landschaften sind geprägt durch Wasser, Wälder, Feuchtgebiete, Landwirtschaft und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.
Gleichzeitig sind Biosphärenreservate keine abgeschlossenen Naturschutzflächen ohne menschliche Nutzung. Sie sind bewohnte Kulturlandschaften. Menschen leben dort, betreiben Landwirtschaft und Unternehmen, besuchen Schulen, nutzen Straßen und entwickeln touristische Angebote.
526.506 Euro für Projekte am Schaalsee
Am 17. Juli 2026 übergab Dr. Till Backhaus im PAHLHUUS in Zarrentin Fördermittel von insgesamt 526.506 Euro für vier Natur- und Landschaftsschutzprojekte im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee.
Die Mittel gingen unter anderem an den Zweckverband Schaalsee-Landschaft und die Stiftung Biosphäre Schaalsee. Gefördert werden Maßnahmen zur Pflege wertvoller Offenlandschaften, zur Wiedervernässung von Moorgebieten und zur dauerhaften Sicherung ökologisch bedeutsamer Flächen.
Diese Projekte zeigen, dass Naturschutz häufig sehr praktische Arbeit bedeutet. Flächen müssen gepflegt, Wasserstände reguliert, Lebensräume erhalten und Eigentumsfragen geklärt werden. Naturschutz findet deshalb nicht nur durch gesetzliche Schutzkategorien statt, sondern durch konkrete Maßnahmen vor Ort.
Biosphärenreservate als Forschungsstandorte
Ende Juni 2026 erklärte das Umweltministerium, die Biosphärenreservate Mecklenburg-Vorpommerns stärker als Forschungsstandorte etablieren zu wollen. Ein Forschungsthemenkatalog soll Wissenschaftler dazu einladen, Fragen des Klimawandels, der Artenvielfalt und nachhaltiger Landnutzung direkt in diesen Landschaften zu untersuchen.
Für Schaalsee und Elblandschaft ist das besonders interessant. Beide Gebiete können zeigen, wie Naturschutz in Landschaften funktioniert, die gleichzeitig landwirtschaftlich genutzt und touristisch besucht werden.
Was bedeutet eine Modellregion?
Der Grundgedanke eines Biosphärenreservates geht über klassischen Naturschutz hinaus. Ziel ist auch, nachhaltige Formen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zu erproben. Landwirtschaft, Tourismus, regionale Produkte und Umweltbildung können Bestandteil dieses Ansatzes sein.
Das eröffnet Chancen. Eine hochwertige Landschaft kann Touristen anziehen. Regional erzeugte Produkte können mit ihrer Herkunft verbunden werden. Schulen und Forschungseinrichtungen können die Region als Lernort nutzen.
Gleichzeitig entstehen Zielkonflikte. Gemeinden brauchen Wohnungen und Gewerbeflächen. Betriebe benötigen Entwicklungsmöglichkeiten. Landwirtschaft muss wirtschaftlich tragfähig bleiben. Besucher benötigen Infrastruktur. Naturschutz wiederum braucht ausreichend große und miteinander verbundene Lebensräume.
Der Schaalsee als Natur- und Lebensraum
Zarrentin am Schaalsee ist ein Beispiel dafür, wie eng Natur und Stadtentwicklung miteinander verbunden sind. Der Schaalsee ist ein bedeutender Lebensraum und zugleich ein wichtiger Faktor für die Wahrnehmung der Stadt und der gesamten Region.
Touristische Angebote, Rad- und Wanderwege, Gastronomie und Naturinformation können wirtschaftliche Impulse schaffen. Voraussetzung ist jedoch, dass Besucherströme so gelenkt werden, dass empfindliche Lebensräume nicht übermäßig belastet werden.
Die Elblandschaft und Boizenburg
Auch das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe verbindet Naturschutz und regionale Entwicklung. Hier kommt zusätzlich der Hochwasserschutz hinzu. Aktuelle Deichprojekte bei Boizenburg zeigen, dass Hochwasserschutz, Naturschutz und Flächenmanagement direkt miteinander verbunden sind.
Auenlandschaften können Lebensräume sichern und gleichzeitig natürlichen Überschwemmungsraum bieten. Das macht die Elblandschaft zu einem Beispiel dafür, wie mehrere politische Ziele gemeinsam betrachtet werden können.
Landwirtschaft als Partner
Ein großer Teil der Flächen in Biosphärenreservaten wird landwirtschaftlich genutzt. Deshalb kann langfristiger Naturschutz nicht gegen die Bewirtschafter organisiert werden. Landwirte müssen Partner sein.
Vertragsnaturschutz, freiwillige Maßnahmen, extensive Bewirtschaftung oder gezielte Pflege können ökologische Ziele fördern. Solche Modelle funktionieren aber nur, wenn sie für Betriebe praktisch umsetzbar und wirtschaftlich nachvollziehbar sind.
Moore und Wasserhaushalt
Moore spielen sowohl beim Klima- als auch beim Naturschutz eine wichtige Rolle. Wiedervernässung kann den Wasserhaushalt stabilisieren, Lebensräume schaffen und Treibhausgasemissionen reduzieren. Im Schaalseeraum werden deshalb auch Moorprojekte gefördert.
Dabei entstehen wiederum Fragen zur Flächennutzung. Wasserstände beeinflussen Landwirtschaft, Infrastruktur und Nachbarflächen. Gute Planung benötigt deshalb hydrologische Kenntnisse und eine intensive Abstimmung mit Eigentümern und Gemeinden.
Dr. Till Backhaus und die Nationalen Naturlandschaften
Biosphärenreservate, Natur- und Artenschutz gehören unmittelbar zum derzeitigen Aufgabenbereich von Dr. Till Backhaus als Umweltminister. Damit handelt es sich um eines der Themen, bei denen seine politische Arbeit besonders konkret anhand von Förderentscheidungen, Schutzkonzepten und Projekten betrachtet werden kann.
Für die Landtagswahl 2026 stellt sich deshalb weniger die Frage, ob Naturschutz eine Rolle spielt, sondern wie unterschiedliche Ziele miteinander verbunden werden sollen.
Leitfrage an Dr. Till Backhaus
Wie sollen die Biosphärenreservate Schaalsee und Flusslandschaft Elbe weiterentwickelt werden, damit Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus und die Interessen der dort lebenden Menschen dauerhaft miteinander vereinbar bleiben?
Naturschutz braucht Akzeptanz
Ein Schutzgebiet kann langfristig nur funktionieren, wenn die Menschen vor Ort verstehen, welche Ziele verfolgt werden und wie Entscheidungen entstehen. Beteiligung und transparente Kommunikation sind deshalb entscheidend.
Kommunen, Landwirte, Unternehmen, Vereine und Einwohner besitzen umfangreiches Wissen über ihre Region. Dieses Wissen kann Planung verbessern. Gleichzeitig müssen wissenschaftliche Erkenntnisse und internationale Schutzverpflichtungen berücksichtigt werden.
Die Stärke von Biosphärenreservaten kann gerade darin liegen, diese unterschiedlichen Perspektiven zusammenzuführen. Der Wahlkreis verfügt dadurch über die Chance, Natur- und Regionalentwicklung nicht getrennt, sondern als gemeinsames Zukunftsthema zu behandeln.
FAQ
Was ist ein Biosphärenreservat?
Es ist eine Modellregion, in der der Schutz wertvoller Natur mit nachhaltiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung verbunden werden soll.
Welche Biosphärenreservate liegen im Wahlkreis?
Besonders relevant sind das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee und die Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern.
Welche Förderung wurde 2026 am Schaalsee vergeben?
Im Juli wurden insgesamt 526.506 Euro für vier Natur- und Landschaftsschutzprojekte übergeben.
Welche Maßnahmen werden damit unterstützt?
Unter anderem die Pflege von Offenlandschaften, Wiedervernässung von Mooren und die Sicherung ökologisch wertvoller Flächen.
Warum spielt Landwirtschaft eine wichtige Rolle?
Weil viele Flächen bewirtschaftet werden und Naturschutzmaßnahmen dauerhaft nur gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben funktionieren können.
Welche Rolle hat Dr. Till Backhaus?
Als Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt ist er unmittelbar für zahlreiche Fragen der Nationalen Naturlandschaften zuständig.

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