Dr. Till Backhaus: Klimaanpassung, Wasser und Moore im Wahlkreis 17
DR. TILL BACKHAUS · THEMA 6
Klimaanpassung, Wasser und Moore: Wie wird Wahlkreis 17 widerstandsfähiger?
Trockenheit, Starkregen, Hochwasser, Waldbrandgefahr und Wasserhaushalt gehören zu den Herausforderungen, die im Wahlkreis unmittelbar zusammentreffen.
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Klimaanpassung ist mehr als Klimaschutz
Klimaschutz und Klimaanpassung werden häufig gemeinsam genannt, verfolgen aber unterschiedliche Aufgaben. Klimaschutz soll die Ursachen des Klimawandels begrenzen. Klimaanpassung beschäftigt sich mit den Folgen, die bereits eintreten oder künftig wahrscheinlicher werden.
Für Wahlkreis 17 sind beide Bereiche relevant. Hochwasser an Elbe und Sude, Trockenperioden in Landwirtschaft und Wald, Starkregen, Waldbrandgefahr und Veränderungen des Landschaftswasserhaushalts zeigen, dass Anpassung sehr unterschiedliche Bereiche betrifft.
Erste landesweite Klimaanpassungsstrategie 2026
Am 29. Juli 2026 beschloss die Landesregierung erstmals eine umfassende Klimaanpassungsstrategie für Mecklenburg-Vorpommern. Sie umfasst 20 Handlungsfelder in mehreren Themenclustern.
Dazu gehören beispielsweise Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Wald und Forst, Gesundheit, Verkehr, Stadt- und Raumentwicklung, Bevölkerungsschutz, Biodiversität und Tourismus.
Die Strategie macht deutlich, dass Klimaanpassung nicht allein Aufgabe des Umweltministeriums sein kann. Viele Fachbereiche und kommunale Ebenen müssen zusammenarbeiten.
Warum Wasser zum zentralen Thema wird
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, gleichzeitig mit zu viel und zu wenig Wasser umgehen zu müssen. In Trockenzeiten fehlt Wasser in Böden, Gewässern und Vegetation. Bei Starkregen fällt dagegen innerhalb kurzer Zeit so viel Niederschlag, dass Entwässerungssysteme überlastet werden können.
Deshalb gewinnt der Gedanke an Bedeutung, Wasser stärker in der Landschaft zu halten. Das kann durch natürliche Gewässerstrukturen, Böden, Feuchtgebiete oder Moore unterstützt werden.
Moore als eigenes Handlungsfeld
Mecklenburg-Vorpommern behandelt Moore in seiner Klimaanpassungsstrategie als eigenständiges Handlungsfeld. Das Land begründet dies unter anderem mit ihrer Fähigkeit, Wasser zu speichern, Starkregen zu puffern und den Landschaftswasserhaushalt während trockener Perioden zu stabilisieren.
Gleichzeitig haben Moore eine wichtige Klimaschutzfunktion. Entwässerte Moorböden können große Mengen Treibhausgase freisetzen. Wiedervernässung kann diese Emissionen reduzieren.
Konkrete Projekte am Schaalsee
Im Juli 2026 wurden in Zarrentin Fördermittel für Moor-, Wasser- und Naturschutzmaßnahmen im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee übergeben. Dazu gehören Projekte zur Wiedervernässung von Moorflächen.
Damit erhält ein landespolitisches Klimathema einen direkten regionalen Bezug. Maßnahmen am Wasserhaushalt werden im Wahlkreis bereits praktisch umgesetzt.
Landwirtschaft und Wasser
Landwirtschaft benötigt verlässliche Wasserbedingungen. Zu trockene Böden beeinträchtigen Pflanzenwachstum und Erträge. Zu nasse Flächen können dagegen schwer oder zeitweise gar nicht bewirtschaftet werden.
Deshalb können Änderungen des Wasserhaushalts erhebliche Auswirkungen auf landwirtschaftliche Betriebe haben. Moor- und Wasserprojekte müssen die Bewirtschaftung und Eigentumsverhältnisse berücksichtigen.
Ein wichtiger Ansatz kann deshalb darin bestehen, Lösungen gemeinsam mit Landwirten zu entwickeln und neue Nutzungsmöglichkeiten für nasse Flächen zu prüfen.
Starkregen in Städten und Gemeinden
Klimaanpassung betrifft nicht nur offene Landschaften. Auch Boizenburg, Dömitz, Lübtheen und Zarrentin müssen mit Starkregen umgehen können.
Versiegelte Flächen können Niederschlag nur begrenzt aufnehmen. Kanalisationen besitzen ebenfalls begrenzte Kapazitäten. Kommunale Planung kann deshalb Rückhalteflächen, Grünflächen, Entsiegelung und angepasste Entwässerung berücksichtigen.
Hitze und Lebensqualität
Häufigere heiße Tage stellen besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Belastungen vor Herausforderungen. Bäume, Grünflächen und Wasser können das lokale Klima verbessern.
Auch öffentliche Gebäude, Schulen, Kitas und Arbeitsstätten müssen langfristig auf höhere Temperaturen vorbereitet werden. Klimaanpassung wird damit zu einer Frage der Lebensqualität.
Wald und Vegetationsbrand
Trockenheit erhöht auch die Waldbrandgefahr. Gerade die Erfahrungen aus Lübtheen zeigen, dass Waldbrandschutz und Klimaanpassung eng miteinander verbunden sind.
Widerstandsfähige Wälder, ausreichende Löschwasserstellen, sichere Wege und eine gute Früherkennung gehören deshalb ebenfalls in eine langfristige Anpassungsstrategie.
Kommunen benötigen Ressourcen
Viele Klimaanpassungsmaßnahmen werden konkret auf kommunaler Ebene umgesetzt. Gemeinden planen Straßen, öffentliche Gebäude, Grünflächen und Entwässerung. Sie benötigen dafür Fachwissen, Personal und Finanzierung.
Eine Landesstrategie entfaltet ihre Wirkung deshalb erst dann vollständig, wenn Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden können.
Dr. Till Backhaus und die Klimaanpassungsstrategie
Als Klimaschutz- und Umweltminister war Dr. Till Backhaus unmittelbar an der Entwicklung und Vorstellung der landesweiten Strategie beteiligt. In seinem Wahlkreis überschneiden sich zahlreiche Handlungsfelder dieser Strategie.
Damit kann konkret gefragt werden, welche Maßnahmen aus dem landesweiten Papier zuerst in der Region sichtbar werden sollen.
Leitfrage an Dr. Till Backhaus
Welche konkreten Maßnahmen aus der Klimaanpassungsstrategie sollen im Wahlkreis 17 zuerst umgesetzt werden, und wie werden Kommunen, Landwirtschaft und Flächeneigentümer bei Wasserhaltung, Moorschutz, Trockenheitsvorsorge und Starkregenschutz unterstützt?
Anpassung braucht langfristige Planung
Viele Maßnahmen der Klimaanpassung wirken erst nach Jahren. Ein wiedervernässtes Moor, ein neu gestaltetes Gewässer oder ein klimaangepasster Wald entwickelt sich nicht innerhalb weniger Monate.
Deshalb benötigen Kommunen und Eigentümer langfristige Planungssicherheit. Förderprogramme, Fachberatung und nachvollziehbare Prioritäten können helfen, notwendige Investitionen schrittweise umzusetzen.
Wahlkreis 17 kann dabei als Beispiel dienen, weil hier unterschiedliche Herausforderungen dicht nebeneinander liegen: Hochwasser an der Elbe, Moore am Schaalsee, Landwirtschaft, Waldbrandgefahr und ländliche Gemeinden.
FAQ
Wann wurde die Klimaanpassungsstrategie beschlossen?
Die Landesregierung stellte die beschlossene Strategie am 29. Juli 2026 vor.
Wie viele Handlungsfelder umfasst sie?
Die Strategie umfasst 20 Handlungsfelder.
Warum sind Moore wichtig?
Moore können Wasser speichern, Starkregen puffern, den Landschaftswasserhaushalt stabilisieren und zugleich zum Klimaschutz beitragen.
Gibt es im Wahlkreis konkrete Moorprojekte?
Ja. Im Biosphärenreservat Schaalsee werden unter anderem Wiedervernässungsmaßnahmen gefördert.
Warum betrifft Klimaanpassung Kommunen?
Weil Straßen, Gebäude, Entwässerung, Grünflächen und Bevölkerungsschutz überwiegend vor Ort geplant und betrieben werden.
Welche Rolle spielt Landwirtschaft?
Landwirtschaft ist unmittelbar von Wasserverfügbarkeit, Trockenheit, Starkregen und Veränderungen des Bodenwasserhaushalts betroffen.

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