Dr. Till Backhaus: Bienen, Insekten und Artenvielfalt in Bantin und Zarrentin
DR. TILL BACKHAUS · THEMA 4
Bienen, Insekten und Artenvielfalt: Welche Rolle kann Bantin als Modellstandort spielen?
Bienenzuchtzentrum, Biosphärenreservat und landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft treffen rund um Bantin und Zarrentin unmittelbar aufeinander.
Labels: Dr. Till Backhaus, Bantin, Bienen, Imkerei, Insektenschutz, Artenvielfalt, Zarrentin, Schaalsee, Wahlkreis 17
Bantin besitzt eine besondere Rolle für die Imkerei
Der kleine Ort Bantin bei Zarrentin am Schaalsee besitzt mit dem Bienenzuchtzentrum des Landesverbandes der Imker Mecklenburg-Vorpommern eine Einrichtung, deren Bedeutung weit über die unmittelbare Umgebung hinausgeht. Dort geht es nicht nur um Honigproduktion, sondern auch um Zucht, Schulung, Beratung, Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit.
Damit liegt im Wahlkreis 17 ein Standort, an dem Landwirtschaft, Naturschutz und Wissensvermittlung besonders eng miteinander verbunden sind.
Förderung im Jahr 2026
Am 4. März 2026 übergab Dr. Till Backhaus dem Landesverband der Imker Mecklenburg-Vorpommern einen Förderbescheid für das Bienenzuchtzentrum Bantin. Nach Angaben des Ministeriums umfasst er 351.700 Euro institutionelle Förderung für den laufenden Betrieb und weitere 30.000 Euro für Investitionen.
Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt auf der Weiterentwicklung der Schleudertechnik. Vorgesehen ist der Ausbau zu einer vollständigen Schleuderstraße. Nach Angaben des Landes soll dadurch künftig eine deutlich größere Honigmenge mit geringerem Personaleinsatz verarbeitet werden können.
Am Standort arbeiten außerdem Beschäftigte und Auszubildende. Damit ist Bantin nicht nur ein Fachzentrum, sondern auch ein Ausbildungs- und Arbeitsort.
Warum Bienen für Landwirtschaft und Natur wichtig sind
Bienen und andere bestäubende Insekten übernehmen eine grundlegende Funktion in Ökosystemen. Viele Wild- und Kulturpflanzen sind auf Bestäubung angewiesen. Damit verbindet das Thema unmittelbar Landwirtschaft und biologische Vielfalt.
Honigbienen sind dabei nur ein Teil des Gesamtbildes. Auch Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten übernehmen wichtige Funktionen. Artenvielfalt bedeutet deshalb nicht ausschließlich, Imkereien zu unterstützen, sondern geeignete Lebensräume für unterschiedliche Arten zu schaffen.
Das BROMMI-Projekt in Zarrentin
Im Juni 2026 wurde in Zarrentin der Abschluss des Projektes „Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“, kurz BROMMI, gewürdigt. Das bundesweite Projekt hatte ein Gesamtvolumen von rund 7,94 Millionen Euro und wurde über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt finanziert.
Der Ansatz ist interessant, weil Insektenschutz nicht ausschließlich in streng geschützten Gebieten stattfinden kann. Insekten benötigen auch in landwirtschaftlich genutzten Landschaften, in Dörfern, Städten, Gärten und an Verkehrswegen geeignete Lebensräume.
Vom Modellprojekt zur dauerhaften Praxis
Bei zeitlich begrenzten Förderprojekten stellt sich immer die Frage, was nach Projektende bleibt. Forschungsergebnisse und Pilotmaßnahmen entfalten langfristigen Nutzen erst dann, wenn erfolgreiche Ansätze dauerhaft übernommen werden.
Für die Region Schaalsee kann das bedeuten, landwirtschaftliche Betriebe, Kommunen, Imkereien und Naturschutzinstitutionen weiterhin miteinander zu vernetzen. Maßnahmen müssen gleichzeitig ökologisch sinnvoll und praktisch umsetzbar sein.
Blühflächen allein reichen nicht
Insektenschutz wird häufig mit Blühstreifen verbunden. Solche Flächen können wichtig sein, doch biologische Vielfalt hängt von vielen Faktoren ab. Unterschiedliche Pflanzenarten, Nistmöglichkeiten, Wasser, strukturreiche Landschaften und ein möglichst geringer Einsatz belastender Stoffe spielen ebenfalls eine Rolle.
Wichtig ist zudem zeitliche Kontinuität. Eine Fläche, die nur wenige Wochen Nahrung bietet, kann nicht alle Bedürfnisse einer Art abdecken. Deshalb muss Landschaft als zusammenhängendes System betrachtet werden.
Landwirtschaft als entscheidender Partner
Ein großer Teil der Landschaft wird landwirtschaftlich bewirtschaftet. Landwirte besitzen deshalb erheblichen Einfluss auf Lebensräume und gleichzeitig ein wirtschaftliches Interesse an funktionierenden Ökosystemen.
Maßnahmen für Artenvielfalt müssen so gestaltet werden, dass sie in den Betriebsablauf integriert werden können. Förderprogramme, Vertragsnaturschutz und Beratung können dazu beitragen. Wenn zusätzliche ökologische Leistungen von Betrieben erwartet werden, stellt sich auch die Frage nach einer angemessenen Finanzierung.
Imkerei als Bildungsaufgabe
Das Bienenzuchtzentrum Bantin kann außerdem Wissen vermitteln. Gerade bei Bienen lassen sich ökologische Zusammenhänge anschaulich erklären. Schulen, Vereine und interessierte Bürger können erfahren, wie Bestäubung funktioniert, wie Bienenvölker leben und welche Rolle Pflanzenvielfalt spielt.
Eine solche Bildungsarbeit kann langfristig ebenso wichtig sein wie einzelne Naturschutzmaßnahmen. Menschen schützen eher, was sie kennen und verstehen.
Regionale Produkte und Wertschöpfung
Honig ist zugleich ein regionales Lebensmittel. Imkerei verbindet deshalb Naturschutz und regionale Wertschöpfung. Lokale Vermarktung kann dazu beitragen, die Herkunft eines Produktes sichtbar zu machen und gleichzeitig das Bewusstsein für Landschaft und Artenvielfalt zu stärken.
Das Bienenzuchtzentrum kann dabei als fachlicher Mittelpunkt dienen, der Qualität, Ausbildung und Wissen miteinander verbindet.
Dr. Till Backhaus und der Artenschutz
Artenschutz und Landwirtschaft gehören beide zu seinem aktuellen Ministerressort. Gerade dadurch wird deutlich, dass politische Entscheidungen oft mehrere Interessen gleichzeitig berücksichtigen müssen.
Die Frage lautet nicht, ob Landwirtschaft oder Artenvielfalt wichtiger ist. Langfristig müssen beide funktionieren. Eine leistungsfähige Landwirtschaft ist auf gesunde Böden, Wasser und funktionierende Ökosysteme angewiesen. Umgekehrt wird ein großer Teil der Kulturlandschaft nur durch landwirtschaftliche Nutzung erhalten.
Leitfrage an Dr. Till Backhaus
Wie können die Erfahrungen des Bienenzuchtzentrums Bantin und des BROMMI-Projektes dauerhaft in die Region übertragen werden – und welche Rolle sollen Landwirtschaft, Kommunen, Imkerei und Biosphärenreservat dabei gemeinsam übernehmen?
Bantin als möglicher Modellstandort
Die Kombination aus Bienenzuchtzentrum, Biosphärenreservat Schaalsee und landwirtschaftlicher Umgebung bietet gute Voraussetzungen, um Artenschutz nicht abstrakt, sondern praktisch zu vermitteln. Forschung, Ausbildung, Landwirtschaft und Umweltbildung können hier zusammenkommen.
Entscheidend wird sein, erfolgreiche Projekte langfristig fortzuführen und ihre Ergebnisse auch in andere Regionen zu übertragen. Artenvielfalt benötigt Kontinuität. Sie lässt sich nicht innerhalb einer einzelnen Förderperiode dauerhaft sichern.
FAQ
Wo liegt das Bienenzuchtzentrum Bantin?
Es befindet sich in Bantin bei Zarrentin am Schaalsee im Wahlkreis 17.
Wie hoch ist die Förderung 2026?
Das Land nennt 351.700 Euro für den laufenden Betrieb sowie 30.000 Euro für Investitionen.
Was wird mit den Investitionsmitteln verbessert?
Unter anderem soll die Schleudertechnik zu einer vollständigen Schleuderstraße weiterentwickelt werden.
Was ist BROMMI?
BROMMI steht für „Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“ und war ein bundesweites Projekt zum praktischen Insektenschutz.
Warum sind Insekten für Landwirtschaft wichtig?
Viele Nutz- und Wildpflanzen profitieren von oder benötigen Bestäubung durch Insekten.
Ist Artenschutz Teil der Zuständigkeit von Dr. Till Backhaus?
Ja. Umwelt- und Artenschutz gehören zu seinem aktuellen ministeriellen Aufgabenbereich.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen